Spektroskopie

Spektroskopie: Für die selten, nicht ganz so klaren Nächte, hab ich mir ein schönes Spielzeug angeschafft.
Das Astromedia Handspektroskop.

Dieses Spektroskop verfügt über ein Gitter mit 1000 Linien pro Millimeter.
Dieses Gitter besteht aus eine Kunststoff und schimmert schon in der Verpackung in allen Regenbogenfarben.
Der Kartonbausatz ist schnell zusammengebaut und nach etwas über einer Stunden kann man die ersten Spektren betrachten.

Als erstes musste eine klassische Glühbirne herhalten. Ziemlich langweilig weil ausser schönen Regenbogenfarben nichts zu sehen ist.
Später dann eine Natriumdampflampe, welche vor meiner Haustür steht. Das sah dann schon ziemlich spektakulär aus.
Da waren wilde Linien zu erkennen, nicht nur auffallend helle, sondern auch eine sehr dunkle Absorptionlinien!

Der nächste Tag brachte eine leicht bedeckten Himmel. Ein Blick durch das Spektroskop zeigt eine schönes Kontinuum.
Wenn man aber näher in die Gegend der Sonne kommt und die Skala etwas abdunkelt werden Absoptionslinien sichtbar.
Leider ist scheinen diese aber nicht ganz zu passen. Diese liegen zunächst fast 10nm daneben

Meine erste Aufnahme eines Spektrums!

Leider funktioniert das mit einer DSLR nicht besonders gut (zu große Linse)
Eine Kompaktkamera hab ich aktuell nicht, daher musste mein altes Nokia Handy ran.
Gar nicht schlecht dafür, dass das alles Freihand gemacht ist.
Eindeutig sind die Linie bei 405nm, 436nm und 546nm zu sehen.
Visuell sind auch die beiden Linien bei 576nm und 579 nm.

Damit outet sich die „Neonröhre“ als profane Quecksilber Niederdruckröhre.
Es finden sich auch keine weiteren Linien im Spektrum. Somit ist hiermit ausschließlich Quecksilber nachzuweisen.
Die Wirkung der Beschichtung ist auch gut zu erkennen. Sie verschmiert die starken Linien über einen breiten Bereich.
Vor allem im Grünen und Gelben bis ins Rot hinein (das Nokia ist hier sehr etwas blinder als im Blauen).
Die Röhre ist eine „Warm-Weiß“

 

Als nächste habe ich ein paar meiner Filter vor das Spektroskop gehalten

Der Erste ist der Skyglow oder Neodym Filter von Baader:

Spektroskopie Baader Skyglow Neodym

Man sieht, dass dieser ein ziemlich breites Durchlassfenster hat aber im Bereich zwischen 550nm und 600nm vollständig dicht macht.
Das ist der Bereich wo man die Natriumlinien findet. Somit werden also, zumindest der Teil der Beleuchtung unterdrückt.
Leider sieht man aber auch, dass die Quecksilberlinie voll durchgelassen wird. Leuchtstoffröhren und HQ-Lampen weiter stören.
Ich verwende diesen Filter aber gerne an Mond und Planeten. Hier vor allem an Jupiter.

Der UHC Filter von Astronomik ist älteren Typs. Den Filter habe ich vor gut 10 Jahren gekauft.

Wie man sieht, arbeitet er immer noch im Sollbereich. Von der Handykamera leider nicht erfasst, aber visuell sehr gut zu sehen
ist ein weitere Durchlass zwischen 640nm und 650nm. Als H-Alpha. Der Durchlass muss hier sehr hoch sein.
Selbst ohne Filter kann ich den kaum erkennen.
Im Bereich von O-III (2 Linien um 500nm) und H-Beta (bei 487nm)  ist der Durchlass recht breit.
Der Rest wird sehr steil geblockt.

Spektroskopie Astronimik UHC

Baader O-III macht was er soll. Ein recht schmaler Bereich um die beiden O-III Linien. Ansonsten sind keine weiteren Linien zu erkennen.

Der Vergleich in Richtung Rot ist im Vergleich zum Astronomik UHC schon interessant. Der Baader macht hier steil oberhalb von 500nm zu.
Der UHC verläuft weicher. Die Kamera bringt den Unterschied nur leider nicht so rüber.

Spektroskopie Baader OIII

Als ich mir den Lumicon H-Beta in diesem Jahr auf dem ITV  für kleines Geld gekauft habe, konnte ich den nicht testen und hab mir den auch nicht näher angesehen.

Zu Hause war ich dann zunächst sehr erschrocken darüber, dass der am ganz am Rand eineige Macken zeigt. Viel schlimmer war aber, dass beim Durchschauen alles Magenta erscheint?
Die H-Beta Linie liegt aber auf 487nm, was einem Blau-Türkis entspricht.
Im Internet wurde ich aber schnell beruhigt. Der würde auch H-Beta durchlassen. An einem Spektrum einer CD konnte ich das dann auch nachvollziehen (zumindest, dass das was blau-grünes durchgeht)
Die Fehler am Rand zeigen viele der älteren Lumicon Filter, da es sich auf den äußersten Rand beschränkt, ist das nicht tragisch.
Am Californianebel konnte ich das bei max. AP auch schon nachvollziehen.

Hier das Spektrum des Filter. Die H-Beta Linie wird genau getroffen und recht steil nach oben und unten abgeschnitten.
Es kommt somit keine, in diesem Falle störende Linie des Sauerstoffs mehr durch.
Allerdings gibt es ganz unten bei 400nm einen Durchlass. Möglicherweise läßt der UV nach unten durch.
Das kann ich aber nicht mehr messen. Möglicherweise wäre der Filter für Venusbeobachter spannend (fotografisch)
Den Bereich 590nm könnte man mit einem weiteren Filter sperren.

Spektroskopie Lumicon h-beta

 

 

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