Berichte 2012

Bericht vom 20.01.2012

Objekte: Melotte31, Abell 12, M1, M34, M35, M41, M42, M46, M47, M78, M93, IC405, IC410, NGC2438, NGC2237, NGC2244, NGC2950, NGC2880, NGC2742, NGC2805 mit NGC 2820

Karten: Stropek und Ausdrucke aus „Eye&Telescope“

Seit über zwei Monaten endlich mal wieder einen Himmel für den es sich lohnt in die Eifel zu zu fahren.
Ziel soll mein üblicher Standort bei Pesch in der Nähe von Mechernich sein.
Bei der Hinfahrt mache ich mir etwas Sorgen wegen des Nebels. Im Rheintal zog eine Stunde nach Sonnenuntergang eine dicht Suppe über den Fluss. Bei Godorf lag die Sichtweite teilweise bei unter 50m in der horizontalen. Nach oben waren Jupiter, Venus und die helleren Sterne aber zu sehen. Hinter Euskirchen wurde die Luft immer klarer. Am Standort bot sich dann eine tollen Wintermilchstrasse.

Es war absolut Windstill, das machte die 0°C erträglich. Man ist sowas ja gar nicht mehr gewohnt.
Im Nord-Westen stürzt sich der Schwan kopfüber zum Horizont, Cassiopeia hat gerade den Zenit überschritten, der Perseus steht dort.
Im Westen blendet die Venus, Jupiter folgt ihr. Der Orion ist noch nach Osten geneigt und erklimmt langsam seinen höchsten Stand.
Seine Lage am Rand der Milchstrasse ist wunderbar zu erkennen. Tief am Horizont funkelt Sirius. Nach so langem Entzug ein toller Anblick!

Da mein Teleskop noch nicht ausgekühlt ist wird das Auge mit meinem 10*50 Feldstecher bewaffnet. h&chi stehen im Zenit, einfach umwerfend der Anblick schon im Feldstecher, weiter den Perseus entlang, dann in die anderen Richtung zum großen „W“. Eine Fülle von Sternhaufen gleiten durch das Gesichtsfeld. Es macht immer wieder Spaß da einfach einzutauchen. Dann in den Orion, M42 ist leuchtend hell und brillant im Fernglas.

Jetzt muss das Teleskop her.
Wie immer fesselt mich die Detailsfülle an diesem Objekt, wenn man den nur ein paar mal in der letzten Zeit aus der Stadt heraus gesehen hat. Er ist aber noch nicht hoch genug, Ich werde später da nochmal hin.
Erstes „richtiges“ Ziel ist der Fuhrmann mit seinen Sternhaufen. M34, M35 und M36 sind schnell eingestellt und begeistern durch ihren Sternreichtum und die doch so unterschiedliche Erscheinung.
Als nächstes ist der Sternhaufen NGC1893 das Ziel. Dieser ist sonderlich auffällig. Umgeben ist der Haufen von IC410. Dieser ist schon ohne Filter zu erahnen. Der OIII zeigt dann einen gebogenen Nebel um die Sterne. Etwas westlich davon ploppen immer wieder kleine Stellen mit helleren Nebelteilen auf. Irgendwie erinnert mich IC410 an Fotos vom Katzenpfotennebel.
Ein wunderbares Objekt mit einer Fülle an Details.
Weiter westlich davon ist das Zentrum von Melotte31 welcher bereits mit dem bloßen Auge zu sehen ist, ein sehr schönes Parallelogramm mit Henkel.
Ich überspringe nochmal das Paralellogramm nach Osten und suche IC405. Mit OIII ist dieser dann als sehr diffusen Nebelfläche ohne klare Kante zu erkennen. Am besten ist ein Nördlicher Bogen zu erkennen, welcher einen verschmierten Eindruck der Hintergrundsterne verursacht.
Mit max. AP schwenke ich immer wieder über dieses Gebiet um die ungefähren Grenzen zu erkennen.
Mit gefällt die Gegend sehr, ist doch der Unterschied zwischen diesen beiden ICs sehr beeindruckend. Speziell an IC410 tauchen immer wieder neue Nebelflecken auf.

Ich hab noch eine offene Rechnung aus Anfang Dezember im Orion offen. Abell 12 welcher direkt an myOri hängt.
Im 20er Nagler und OIII ist dieser sofort als runder Nebel am Stern zu sehen. Im 10er Pentax dann deutlich größer und mit etwas „Luft“ zum Stern.

Sirius hat in der Zeit deutlich an Höhe gewonnen. Leider komme ich an dem Standort genau im Süden nicht sehr tief zum Horizont.
Und bevor das Achterdeck ganz hinter den Sträuchern verschwindet versuche ich mich an M46 und M47. Im Feldstecher sind beiden relativ schnell gefunden. Mit dem Teleskop dauert es etwas die Ecke zu finden. Auf dem Boden knieend hab ich die beiden dann doch erwischt.
Die beiden stehen in einem tollen Kontrast zueinander. Der eine sehr sternarm aber mit sehr hellen Sternen. Der andere mit einer Fülle aus kleinen, gleichmäßig hellen Sternen um die 10mag. Bisher kannte ich die nur von Fotos. In M46 ist auch recht schnell der „Ringnebel des Winters“ zu finden.
Beim schwenken über den Sternhaufen fällt immer wieder das Scheibchen von NGC2438 auf. Mit OIII wird da ein richtig toller PN draus.
Ich vergrößere bis 160x. Bei dieser Vergrößerung sieht er M57 wirklich zum verwechseln ähnlich. Ein absolutes Highlight dieser Nacht!
Wenn ich schonmal so tief im Süden bin, dann könnte ich ja mal M93 suchen. Diesen ohne Sucher zu finden ist nicht einfach. Das Gebiet mache ich zunächst mit den Fernglas fest. Der Sternhaufen fällt darin bereits als kleiner Knubbel nördlich eines sehr schönen Doppelstern auf.
Im Teleskop ist er dann auch bald gefunden. Ein sehr kleiner, kompakter Haufen mit einigen hellen Sternen. Die Form ist leicht länglich.
Sollte man gesehen haben.
Etwas südlich von Sirius finde ich M41. Auch dieser ist im Fernglas leichte Beute. Im Teleskop ist ein lockerer großer Haufen zu erkennen.
Ziemlich in der Mitte steht ein rötlicher Stern, welcher einen schönen Kontrast zu den übrigen Sternen bietet.

Als letzten großen Nebel versuche ich den Rosettennebel NGC2237 in dessen Zentrum der offene Haufen NGC2244 zu finden ist.
Der Haufen ist schnell gefunden. Bereits ohne Filter ist im nord-westlichen Teil des Haufen ein diffuser Nebel zu erkennen. Mit OIII schließt sich dann fast ein Ring um den Sternhaufen. Lediglich im südlichen Teil ist eine kleine Lücke im Nebel, die sich erst bei indirektem Sehen schließt. Möglicherweise ist ein UHC hier besser. Leider habe ich keinen in 2″. Die sichtbaren Details zu beschreiben ist fast unmöglich, der Nebel bietet zu viele Details.

Langsam gewinnt Ursa Major an Höhe. Ich habe schon länger keine Galaxien im Okular gehabt. M81 erscheint mir zu einfach.
NGC2950 soll das erste Ziel sein. Ich suche und finde erstmal nix. Seltsam…bis mir einfällt, dass hier nichts großes diffuses zu suchen ist, sondern Klein und Kompakt. Nach all den großen Nebeln und Sternhaufen muss man sich darauf erstmal wieder einstellen.
Mit dem 20er Nagler ist dann im zweiten Anlauf einer der drei Sterne im Zielgebiet als Galaxie zu identifizieren. NGC2950 zeigt sich als helle, kompakte Linse mit einem recht großen Kern der ziemlich rasch in einem diffusen Halo endet.
NGC2880 zeigt sich ähnlich, nur etwas kleiner und schwächer. Der Kern ist weniger „knackig“ zu sehen.
Eine schöne Gruppe ist NGC2768 und NGC2742. Letzter hängt direkt an einem ca. 8 mag Stern und ist als recht gleichmäßig „helle“ leicht ovale Scheibe zu sehen. NGC2768 ist deutlich heller und größer mit einem hellen Kern.

Als letzte Objekte sollen NGC2805 und NGC2820 dienen. Die beiden waren eine härtere Nuss. Im 35er Okular zunächst gar nicht zu sehen.
Im 20er Nagler war dann genau zwischen zwei Feldsternen eine ziemlich große, sehr schwache Scheibe zu erkennen. Aus dem Augenwinkel blitzte dann auch NGC 2820 auf. Hat man letztere einmal festgemacht, war sie dann relativ leicht zu erkennen.
Eine tolle Gruppe! Eine „Face-On“ und eine „Edge-On“ auf kleinstem Raum, Klasse. Sehr zu Empfehlen.
Zu Hause hab ich dann gesehen, dass dort auch noch NGC 2814 zu finden ist und direkt an NGC2820 auch noch IC2485 hängt.
Hier werde ich mit mehr Vergrößerung nochmal ran.

Zufrieden mit dem ersten Abend im neuen Jahr wird alles bei jetzt -5°C in Auto verladen.

 

Bericht vom 07.07.2012

Objekte: OC: NGC6910, CR419, NGC6811, PN: NGC6833 und NGC6826

Hallo zusammen,

nach langer Durststrecke von mir mal wieder einen Bericht.
So langsam wird es wieder etwas dunkler, endlich. Am 07.07 zogen über Köln immer wieder Gewitter und Regenschauer, dazwischen zeigte sich ein tief-blauer Himmel. Die Durchsicht war durch den Regen sehr gut. Gegen Abend verzogen sich dann die Wolkenfelder und ab 23.00Uhr war der Himmel dann frei. Arkturus stand wie festgenagelt am Himmel. Das Seeing sollte doch nicht auch noch passen?
Teleskop, Okulare und der Stropek waren schell im Hof aufgebaut. Wega erschien ohne Gezappel im Okular, sehr gutes Seeing! Das bestätigte sich an Epsilon Lyra. Die jeweiligen nahen Begleiter des doppelten Doppelsterns waren mit satter Lücke zu erkennen. Vor ein paar Tagen sah das noch ganz anders aus.
Mich zog es aber in den Schwan. Als erstes sollte NGC6910 ins Okular. Der ist von Gamma aus schnell eingestellt. Ich finde einen kleinen Haufen mit ungewöhnlicher Form, etwas „Y“-förmig, wobei der untere Ast recht kurz geraten ist. Ich zähle ca. 20 Sterne (Stropek gibt 10 an?) in der Gegend, wobei zwei deutlich heller sind. Ein schönes Objekt für die Stadt, da er hier nicht in der Milchstrasse untergeht.
Als nächstes ist CR419 dran. An der Stelle kann ich nicht wirklich was erkennen. Später lese ich, dass man hoch vergrößern muss. Da lag vermutlich mein Fehler und ich werd den erneut versuchen.

Es geht weiter raus aus dem Zentrum in den nördliche Flügel des Schwan. NGC6811 ist einfach zu finden und ein Paradeobjekt für Stadtbeobachter.
Der Haufen hebt sich mit seinen feinen, gleichmäßig hellen Sternen sehr schön vom Hintergrund ab. Auffällig ist, dass der innere Bereich fast leer ist.
Als nächstes ist NGC6833 auf der Karte, die Stelle ist per Starhop schnell gefunden. Allein einen PN sieht man nicht, zumindest nicht wenn man einen kleinen Hauch vermutet. Ich schwenke ein wenig mit dem Teleskop in der Gegend rum, nichts. Die Stelle passt aber. Also OIII Blink. Der Östliche von zwei ähnlich hellen Sternen verändert seine Helligkeit nicht. Das ist der Bursche. Ich drehe die Vergrößerung auf 320x und 530x. Es bleibt ein Stern.
Ganz anders dann beim „Blinkenden Planetarischen“ NGC6826. Der fällt schon wegen seiner Farbe gleich auf und selbst im 30er erscheint er „fluffig“. Bis zum 13 LVW kann man das Blinken gut nachvollziehen, mit steigender Vergrößerung lässt das im 12″ immer mehr nach. Ich wechsel immer mal wieder zwischen OIII (Baader) und UHC (Astronomik). Bei Vergrößerungen von 320x im 5mm Pentax und 530x im 3mm LE ohne Filter und mit UHC kann ich in der Hülle kaum fassbare Helligkeitsunterschiede erkennen. Die Hülle ist nicht mehr gleichmäßig hell. Am deutlichsten treten diese bei indirektem Sehen hervor. Leider bin ich zu müde um noch eine Zeichnung zu versuchen. Hier werde ich aber nochmals ran. Ziemlich spannend das Ding und aus der Stadt kein Problemfall.
Zufrieden mit dem Abend baue ich dann ab.
Nachbeobachtung am 09.07. zu CR419: Der Sternhaufen verteilt sich um einen hellen, sehr schönen Doppelstern HD193322. Die Sternkette ist „M“-förmig angeordnet, wobei HD in den Mitte steht.

Sonnensystem und Deepsky