Umbau i.Nova PLB-Mx CCD mit CS-L cooling system

Umbau i.Nova PLB-Mx CCD mit CS-L cooling system

 

Vor ca. einem Jahr habe ich die i.Nova PLB-Mx Kamera erworben.
Diese ist durch den Sony ICX445ALA immer noch eine der besten Kameras für die Aufnahme der Sonne in H-Alpha, CaK und Weißlicht.
Interessant an den Kameras von i.Nova ist, dass für diese Gehäuse ein Kühlsystem mit Peltierkühlung verfügbar ist. Lt. Hersteller erlaubt das Modul eine Kühlung von ca. 25°C unter der Umgebungstemperatur. Diese kann man bei i.Nova nachrüsten lassen oder zum selber umbauen bestellen.
Weiter bietet i.Nova die Kameras bereits fertig umgebaut an unter der Bezeichnung „Nebula“ Etwas ungewöhnlich ist, dass diese nur auf der amerikanischen Webseite beworben werden, obwohl der Hersteller und Frankreich sitzt.

Der Umbau selber ist hier nicht beschrieben, da i.Nova diesen sehr gut dokumentiert hat und man auch ohne französisch Kenntnisse klar kommt. Hier aber ein Bild der Einzelteile der Kamera und des Cooling Systems.

teile_inova

Das wirklich kniffelige beim Umbau ist das Schutzglas, welches in der neuen Chipabdeckung sitzt (der Chip selber ist natürlich auch unter einem Deckglas). Diese zieht beim Auspacken magisch Staub an. Diese Staubteilchen zeigen sich später als dunkle Flecken auf den Bildern. Schaub auf dem Deckglas des Chips ist noch ärgerlicher, da dieser deutlich schärfer abgebildet wird, da er näher am Fokus liegt. Man sollte also schauen, dass das Deckglas vom Chip und die Innenseite der Abdeckung frei von Staub sind. Beim Deckglas war das kein Problem, sehr wohl aber bei der Abdeckung.
Ich habe mir nach dem Prinzip der Lochkamera geholfen. Auf die 1,25″ Hülse habe ich Albfolie gespannt, welche ein kleines Loch hat und somit eine große Blende erzeugt. Staub zeigt sich dann bei mittlerer Belichtung ziemlich deutlich auf dem Livebild am Rechner.

Zwei kleine Partikel haben es dennoch geschafft haften zu bleiben. Diese sind aber am Rand und lassen sich mit einem Faltbild ohne Probleme ausrechnen und sind auch erst ab Blende f/20 wirklich zu erkennen. (Bild folgt)

Richtig spannend wurde es dann im Test. Bringt die Kühlung wirklich etwas?
Hierzu habe ich Vergleichsaufnahmen gemacht. Beim Erstellen der Bilder konnte man sehr gut sehen wie die Kühlung von Bild zu Bild das Rauschen reduziert.

30sec_screen_warm

30sec_screen_kalt

Das sind Aufnahmen mit 30 Sekunden Belichtung und Verstärkung (Gain) auf 50%! Die Verstärkung würde ich in der Praxis nicht so hoch ziehen, ich wollte nur mal schauen was geht.

Hier eine Auswertung mit Fitsworks als Linie in der Mitte quer über das gesamte Bild:

auswertung_fits_linie_warm

auswertung_fits_linie_kuehl

Ohne Gain sieht das im Vergleich dann so aus:

vergleich_zero_gainIch denke, das sollte als gelungenes Ergebnis.
Ob das auch bei kurzen Belichtungszeit einen Effekt hat werde ich noch überprüfen. Im Sommer stieg die Temperatur der Kamera in der Sonne bis über 40°C an, leider bin ich da nicht zu dem Umbau gekommen. Der nächste Sommer kommt aber bestimmt.

inova_fertig

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