Okulare

II Leitz 30mm 88°Planokular II Wild-Heerbrugg 30mm 77° II zum Nagler 20mm Type2 IIzum Pentax 10mm XW IIzum Pentax 5.2mm XL IIzum 3mm IIzum Panzer Okular 35mm 

 

Leitz 30mm 88° Planokular (Kuhauge)

 

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Auf dem ITV 2017 konnte ich „Die Königin unter den Militärokularen“ erwerben. Als ich den Aushang dazu sah, bin ich sofort zum Platz des Anbieters und habe diesen leider nicht angetroffen. Etwas später war er dann da und leider auch ein zweiter Interessent. Dieser hatte zu meinem Glück aber bereits sein Budget für Astro überschritten und ich konnte das Okular erwerben. Bald 10 Jahre habe ich danach gesucht und dann auch zu meiner Preisgrenze erwerben können.

Das Leitz 30mm 88° Planokular stammt im Ursprung aus der Zweit-Zieloptik eines Leopard 2 Panzers. Für den Fall, dass die binokulare Zieloptik ausfallen sollte, wurde in diesem Panzer eine zweite Zieleinrichtung eingebaut. Das Fero Z18 (Beschreibung Leopard 2 auf Kotsch88.de) Hersteller der optischen Bauteile war die Firma Leitz-Wetzlar.
Gelegentlich taucht der Hinweis auf, dass diese Optik eigentlich von Zeiss gebaut wurde. Soweit mir bekannt, liegt hier eine Verwechslung vor.
Der Leopard 1 Panzer verfügte auch über eine zweite Zieleinrichtung und hier wurde das ebenfalls sehr bekannte Zeiss 30mm 85° verbaut. Auf Bildern dieser Optik ist deutlich die typische quadratische Basisplatte des Zeiss zu sehen.

Manfred Pieper aus Gelsenkirchen hat dieses Juwel für die Astronomie aufgestöbert und er war der erste, der das Leitz ab 1991 vertrieben hat. (Webarchive zu M.Piepers Seite zum Leitz)
Die Firma Langer und Voss (BW-Optik) fertigte später für dieses Okular ein recht üppiges und bauchiges Gehäuse, dass in diesem Volumen völlig unnötig war.
Mir bekannt sind sieben Versionen.
Die ursprüngliche Version von Manfred Pieper hat ein weiße 2″ Hülse und einen nicht eloxierten oberen Teil. Die zweite Version (mein Exemplar) wurde von M. Pieper schwarz glänzend hergestellt.
Weiter gibt es noch Versionen von BW-Optik mit geschlossenem Gehäuse in Silber (Edelstahl) mit zwei verschiedenen Beschriftungen (88° und 70°). Die 70° beziehen sich hier wohl auf das geometrische Sichtfeld des Okular und sind somit nicht falsch. Dieses Gehäuse gibt es auch in Schwarz (Alu) mit einem violetten Schimmer. Von BW-Optik gab es später noch die bekannte bauchige Version in Schwarz. Eine weitere Version hat Markus Ludes von APM-Telescope in sehr geringer Auflage hergestellt.
Der Mythos um dieses Okular wurde wohl durch einen Bericht in der Sterne und Weltraum Heft 5 aus dem Jahr 1996 begründet.

Diesem begeisternden Bericht aus dieser SuW kann ich nur folgen.
Das Okular ist ein Traum.

 

 

Wild-Heerbrugg 30mm 77°

 

Das Wild-Heerbrugg 30mm 77° stammt aus einer Zieloptik für einen Panzer. In welchem Fernrohr es genau verbaut wurde, habe ich noch nicht recherchieren können. Aufgrund der Fertigung würde ich auf Mitte der 1980er Jahre tippen. Aufgrund der Grunddaten dürfte es sich hier um DAS Wild Design handeln. Lt. Manfred Pieper ein Sechslinser. Erkennen kann man 9 Reflexe. Die Linsen sind in 2-1-1-2 Anordnung. Allerdings ist die Feldlinse nicht oder nur sehr schwach gewölbt. Die Angabe daher nicht gesichert.
Der leider viel zu früh verstorbene Manfred Pieper aus Gelsenkirchen hat diese Okulare mit einer sehr sorgfältig ausgeführten 2″ Steckhülse versehen und vertrieben (2″Filtergewinde ist vorhanden). Das Okular bietet mit einer Feldblende von 42mm praktisch das maximale, mit 2″ mögliche tatsächliche Gesichtsfeld. Ich konnte dieses Okular mit einem 31mm Nagler vergleichen, welches etwas weniger Feld bietet*. Somit ist dieses Okular als Übersichtsokular bestens geeignet. Die Verzeichnung des Okular ist deutlich geringer als beim Nagler, das sieht man sehr schön am Mond.
Nachteilig ist hier lediglich die Schärfe am Gesichtsfeldrand. An meinem f/5.2 Newton empfinde ich diese als noch gut.#Ab ca. 60% fällt diese zum Rand ab. Mitbeobachtern ist dies kaum aufgefallen. Sie ist allerdings deutlich besser als bei einem Erfle gleicher Brennweite. Mir stand hier ein 32mm Omegon SWA zur Verfügung. Ebenso zeigt es weniger laterale Farbe. Bildfehler zeigen sich als Astigmatismus, welcher die Koma überlagert. Koma ist somit nicht zu erkennen. Das Nagler bietet hier eine deutlich bessere Korrektur. An Spiegel schneller als f/5 würde ich dieses Okular weniger empfehlen. Allerdings gibt es in der Preisklasse praktisch kaum Alternative.
Das Wild-Heerbrugg wird gelegentlich mit dem 30mm Leitz 88° Okular verwechselt, diese ist aber deutlich schwerer und Komplexer gebaut und bietet nochmals einen Qualitätssprung auch gegenüber dem Nagler. Leider ist diese praktisch nicht mehr zu bekommen. Angebote werden aber gerne entgegen genommen.

*Die Brennweite stimmt nicht ganz mit den Verkaufswerten überein. Da ich die Brennweite meines Spiegel mit 1582mm sehr genau kenne, habe ich über die Austrittspupille eine Brennweite von 32mm ermitteln können. Die AP habe ich mit einem Messschieber bestimmt. Somit lässt sich das etwas größere tatsächliche Feld gegenüber dem Nagler erklären.

Das scheinbare Gesichtsfeld liegt im Bereich der Angabe von 77°. Ein Paarvergleich gegen eine helle Fläche mit meinem 20mm Nagler zeigt in etwa das gleiche scheinbare Gesichtsfeld (beide Okulare am Auge und die Flächen zur Deckung bringen). Es könnte etwas größer als die 77° sein.

Vorteilhaft ist, dass die Feldblende vor der ersten Linse liegt. Manfred Pieper hat die Position exakt ermittelt und diese in die Steckhülse integriert. Vorteil dieser Lage ist, dass Staub auf der Linse nicht direkt bemerkbar ist.
Dies ist ein Problem vieler Erfle Okulare. Dort ist die erste Linse sehr häufig auch die Feldlinse. Staub darauf wird also scharf abgebildet. Gerade am Mond oder Sonne ist das sehr störend. Auch verleitet das gerade Anfänger zu übermässigen Putzverhalten.

Die Augenlinse meines Okulars weißt minimal Beschädigungen in Form von winzigen Kratzer auf. Diese sind nur in hellem Licht zu erkennen. Bedenkt man den ursprünglichen Einsatz und das Alter des Okulars, so kann man sagen, dass die Vergütung sehr hart ist. Nur bei meinem alten Panzerokular war diese noch besser härter.
Die Vergütung erscheint als leichte bläulicher Schimmer auf den Linsen. Sie erzeugt eine ganz leichten Gelbstich an weißen Flächen. Allerdings bei weitem nicht so auffällig wie man es von russischen Optiken kennt. man muss schon sehr genau vergleichen. Diese leichte Gelbstich könnte sich positiv auf den Farbfehler von Fraunhofer Achromaten auswirken. Ein Test steht hier noch.

Als Besonderheit bietet dieses Okular eine Eigenfokussierung in einem weitem Bereich auf. Somit lässt sich das Okular Parfokal zu meinen Pentaxen einstellen. Gerade bei sehr hoher Vergrößerung ist das genial. Wenn man das beobachtet Objekt einmal aus dem Gesichtsfeld verloren hat und nicht sofort findet, kann man einfach auf die Übersicht zurück gehen und wieder einstellen ohne nachfokussieren zu müssen. Gerade bei schwachen Galaxien ist das sehr von Vorteil und ich möchte das nicht mehr missen. Die Randunschärfe nehme ich dafür gerne in Kauf.

Fazit: Wie geschrieben gibt es in dieser Preisklasse praktisch keine Alternativen. Das Okular wird immer mal wieder in Foren oder ebay angeboten. Ich konnte Preise zwischen 120€ und 180€ ermitteln. Manfred Pieper bot diese Okulare zuletzt mit 250€ an. Dieser Preis erscheint mir heute heute zu hoch, da gibt es heute durchaus Alternativen welche es 2008 noch nicht gab.
Man sollte sich vom äußeren Zustand der Okulare nicht abschrecken lassen, es sind Militäroptiken und waren im Einsatz. Fehlerfreie Exemplare wird man nicht finden. Wir wollen die Teile aber nicht ansehen, sondern durchsehen.
Mit einem Augenabstand von 13mm vom oberen Rand kann auch mit Brille das Feld noch gut überblickt werden. Man sollte aber bedenken, dass dieser oft etwas rauh ist. Ohne Brille ist der Einblick extrem gut. Die Linse ist nach innen gewölbt und damit in sicherer Entfernung der Wimpern. Auch zeigt sich die AP als sehr gutmütig, Blackouts durch Verlust der AP treten selbst bei nervösen Beobachtern nicht auf. „Surfen“ in der Milchstrasse oder den offenen Haufen in der Cassiopeia ist mit diesem Okular ein Genuss. Es sei jedem mit einem Spiegel nicht schneller als f/5 ans Herz gelegt. Wenn man es angeboten bekommt kann man bedenkenlos zugreifen. Es verliert nicht an wert und wird immer seinen Liebhaber finden. Darüber hinaus hält man ein kleines Stück Astrogeschichte in der Hand.

Link: Webseite von Manfred Pieper im Webarchive

Nagler 20mm Type2

1979 wurde das erste Ultraweitwinkel Okular von Al Nagler auf den Markt gebracht.
Es war das 13mm Type I. Danach kamen noch ein 9mm, 7mm und das 4,8mm.
Die Besonderheit dieser neuen Konstruktion ist, dass diese Okulare für schnelle Öffnungsverhältnisse korrigiert sind.
Al Nagler hat sehr frühzeitig erkannt, dass die Zeit der großen Dobsonteleskope angebrochen ist und der Markt nach Okularen verlangt, welche an den schnellen Spiegeln und Teleskope ohne Nachführung eingesetzt werden können.
Dieser neue Okulartyp ist für die schnellen Öffnungsverhältnisse perfekt korrigiert und bietet mit 82° ein unglaublich großes scheinbares Gesichtsfeld.
Entgegen der weit verbreiten Meinung sind diese Okulare nicht Komakorregiert, sondern in Bezug auf den okulareigenen Astigmatismus.
Im Grunde ist es erst mit solchen Okularen möglich die Koma eines Spiegels zu sehen. Bei einfacheren Okulartypen wird die Spiegelkoma durch den Astigmatismus überlagert.
1986 wurde das Design überarbeitet und es wurden weitere Brennweiten eingeführt. 20mm, 16mm und das 12mm Type II.
Dieser Typ beseitigte ein Problem der Type I Serie, welche unter dem sog. „Kidney Bean“ Effekt leiden. Das bedeutet, dass man die AP des Okular sehr genau senkrecht treffen muss, ansonsten hat man dunkle Abschattung in Form eben jener Bohne. Das trägt nicht gerade zu einem entspannten Beobachten bei.
Seit ca. einem Jahr ist das 20mm Nagler nun in meinem Besitz. Ich konnte es in Hattingen zu einem noch guten Preis incl. der vollständigen blauen Originalverpackung erwerben. Es befand sich sogar noch der Televue-typische Beipackzettel in der Packung. Also in Sammlerzustand.

Dem Gerücht nach, ist das 20mm Type II eines der schärfsten Nagler, die bisher gebaut wurden. Viele trauern diesem Okular nach, es wurde später, zunächst ersatzlos, durch das 22mm ausgetauscht.Später wurde dann mit dem Type IV wieder ein 20mm aufgelegt.

Das Nagler sollte ggf. als Nachfolger meines 22mm Leica Okular eingesetzt werden welches ich bisher für diesen Brennweitenbereich hatte.
Zum Leica wird noch ein eigener Bericht kommen, soviel sei gesagt, dass es im Vergleich mit einem Pentax 21mm XL einen deutlich besseren Kontrast und Transmission hatte. Lediglich bei der Schärfe zum Rand hin war das Pentax besser.
Ein erster Test mit dem Nagler fand unter dem hellen Kölner Stadthimmel statt. Das Gesichtsfeld ist im Vergleich zum Leica wirklich riesig.
Die 68° des Leicas wirken im Vergleich wie der Blick durch eine Röhre.
Auffallend war sofort die deutlich höhere Schärfe am Rand des Naglers. Im zentralen Bereich sind Sterne feinste, ausgestanzte Punkte.
Das tatsächliche Gesichtsfeld ist auch etwas größer, obwohl das Leica eine etwas längere Brennweite hat.
Offene Sternhaufen machen mit dem Nagler unglaublich viel Spaß, selbst unter den schlechten Bedingungen.
An hellen Sternen zeigt sich dann aber, dass das Nagler schon etwas betagt ist. Helle Sterne erzeugen einen Reflex etwas seitlich versetzt. Dieser verschwindet, wenn der Stern exakt in der Mitte des Bildfeldes liegt. Das kann bei manchen Objekten zum Problem werden, dazu aber später.
Auch zeigt sich an helleren Sternen am Gesichtsfeldrand laterale Farbe. Diese empfinde ich nicht als wirklich störend. Neuere Designs haben dieses Problem allerdings nicht.
Ein Problem stellte sich als zunächst sehr ärgerlich heraus. Die Okularhülse ist nicht exakt gedreht, sie ist ganz leicht konisch und ist am Filtergewinde etwas breiter als am Okularkörper. Das führt beim Lösen der Schraube am OKZ zum klemmen beim herausziehen zum klemmen und auch zu einer leichten Verkantung im OKZ. Das Problem ließ sich aber mit einer Lage Tesafilm lösen.
Die Transmission habe ich am Cirrusnebel getestet. Dieser ist in der Stadt nur mit OIII zu sehen und auch nur dann, wenn die Luft transparent ist.
Hier zeigt sich, dass das Nagler einen Hauch besser abschneidet als das Leica und das trotz der deutlich größeren Anzahl an Glas.
Wirklich erstaunt hat mich dann ein Vergleich an Galaxien. An NGC2683 findet sich unmittelbar nördlich ein Stern. Dieser war in beiden Okularen zu sehen. Beim Nagler aber immer sofort, beim Leica verschwand der Stern gelegentlich im Halo der Galaxie. Somit scheint das Nagler auch den besseren Kontrast zu liefern, obwohl das Leica mit modernerer Vergütung versehen ist, weniger Glas verbaut und mit Sondergläsern ausgestattet ist.
Ein abschließender Vergleich fand dann in der Eifel statt. Hier wurden alle Punkte welche mir in der Stadt aufgefallen sind bestätigt.
Einziges Problem ist der Reflex an hellen Sternen. Dieser hat zu einer Fehlsichtung bei Leo II geführt.
Leo II ist die Zwerggalaxie unmittelbar an Regulus. Den Lichtreflex habe ich für die Galaxie gehalten. Erst der Wechsel auf das Übersichtokular zeigt mir die richtige Position der lichtschwache Galaxie. Je nach Position von Regulus überstrahlt der Reflex die recht große, körnige Galaxie.
Hierbei handelt es sich aber zugegebenermaßen um einen Sonderfall, der nicht so oft vorkommt.
Eine ähnliche Situation gibt es bei NGC404, Mirachs Geist. Diese ist im Nagler ohne Probleme mit dem Reflex zu erkennen.

Fazit: Bedenkt man, dass dieses Design beinahe 30 Jahre alt ist, so kann man die Begeisterung über das Okular zu seiner Zeit nachvollziehen.
Es gab nichts auch nur annähernd vergleichbares auf dem Markt. In der Preisklasse gibt es auch hier wenig Alternativen.
In der Leistungsklasse durchaus.
Allerdings versprühen diese Okulare nicht den Charmes des Naglers. Es ist für mich immer wieder eine Freude dieses Monster aus Alu und Glas in den Okularauszug zu wuchten. Das Nagler bringt stolze 1100 Gramm auf die Waage! Wenn man ein Teleskop hat welches eine solche Last tragen kann, kein Problem. An Reisedobsons wird man aber sicher große Probleme bekommen. Wenn nicht beim einstecken, dann beim unbedachten herausziehen.
Begeistern kann das Nagler mit seinem Gesichtsfeld, der Kontrastleistung und der Transmission. Die Linsen scheinen extrem gut poliert zu sein und die Vergütung von excellenter Qualität. Die Schärfe ist in einem Bereich von 70% des Feldes sehr gut und auf 50% absolut perfekt.
Zum Rand hin macht sich die erwähnte laterale Farbe bemerkbar.
Besonders angenehm ist das Einblickverhalten dieses Nagler, welches ich als perfekt empfinde. Das gesamte 82° große Feld läßt sich ohne Mühe und sehr entspannt beobachten. Das Okular erlaubt den viel genannten „Spacewalk“ Effekt.
Sehr gut gelungen ist auch die Gummiaugenmuschel welche sehr weich ist. Wenn man die Seite, welche zur Nase zeigt herunterklappt,   schützt die andere Seite perfekt vor Streulicht.
Ich würde es nicht ohne Not wieder hergeben wollen.
Das Okular wird immer mal wieder angeboten. Preise liegen, je nach Zustand und Ausstattung zwischen 190€ und 250€.
Mittlerweile wird dieses Okular auch von Sammler gesucht. Es macht sich auch in einer Vitrine sehr gut.

Quellen:
http://www.cloudynights.com/documents/naglers.pdf
http://www.televue.com

Das Pentax 10mm XW

 

Kann man ein beinahe perfektes 10mm Okular verbessern? Pentax hat diese Frage mit dem 10mm XW mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet.
Gegenüber seinem Vorgänger dem 10,5mm XL wurde an einigen Schrauben und Glasflächen gedreht und poliert.
Das 10,5mm habe ich selber nicht besessen, konnte es aber einige Male an verschiedenen Teleskopen testen.
Für mich war das Okular schlicht das Beste, was es in dieser Brennweite gibt. Direkt Vergleichen konnte ich mit 9mm Nagler der verschiedenen Baureihen. Keines der Nagler kommt an den unglaublich komfortablen Einblick des Pentax heran. Für mich ist das ein sehr wichtiger Punkt bei der Okularwahl und damit ein sehr subjektives Kriterium. Meine Wahrnehmung leidet, wenn ich nicht wirklich entspannt das Augen ruhen lassen kann. Andere mögen da weniger Probleme haben.

Das Pentax konnte ich zu einem guten Kurs gebraucht erwerben. Für kurze Zeit hatte ich ein Nagler 9mm T6 zum Vergleich.
Das Pentax hatte ich mir gekauft, weil ich den Einblick noch vom 10,5mm kannte und mit dem Nagler nicht zurecht gekommen bin.
Um das gesamte Feld beim Nagler zu überblicken muss man schon recht nah an die Augenlinse heran, weiter hat mich dann die recht harte Gummiaugenmuschel gestört. Einen direkten optischen Vergleich habe ich nicht intensiv gemacht. Am Cirrusnebel ist mir aber aufgefallen, dass das Pentax eine etwas bessere Transmission hat. Auch schien mir der Kontrast im Pentax besser. Der Himmelshintergrund war subjektiv trotz größerer AP einen Hauch dunkler.

Das Pentax ist für mich das Standard Okular für kleine Galaxien und Planetarische Nebel. Dabei ist es mir wichtig bei diesen höheren Vergrößerungen bequem das Feld zu überblicken. Die Augenmuschel läßt sich durch drehen perfekt auf dem eigenen Augenabstand einstellen.
Auch für Brillenträger ist das Pentax bestens geeignet.
An Mond und Planeten zeigt das Pentax ein makelloses Bild, keine Reflexe, praktisch keine Verzeichnung und eine über das ganze Bild sehr gute Schärfe ohne am Rand nachzulassen. Das Bild in den inneren 50% ist perfekt.
Beim Blick in das Okular bei Tageslicht scheint man in ein schwarzes Loch zu blicken. Perfekte Schwärzung und Streulichtunterdrückung.
Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben.

Erst seit dem letzten Jahr gibt es eine Alternative zu diesem Okular. Televue hat begonnen mit den Delos-Okularen im Reich der Pentaxe zu wildern. Einen ersten Test konnte ich mit diesem Okular auf dem ITV 2011 machen. Das war schon sehr vielversprechend. An Verarbeitung und Haptik des Pentax kommen sie nicht ran.

 

II Leitz 30mm 88°Planokular II Wild-Heerbrugg 30mm 77° II zum Nagler 20mm Type2 IIzum Pentax 10mm XW IIzum Pentax 5.2mm XL IIzum 3mm IIzum Panzer Okular 35mm 

Sonnensystem und Deepsky